Was tun gegen Rechtsextreme?

Was tun gegen Rechtsextreme?

Die Grüne Jugend (GJ) im Kreis hat die Initiative ergriffen: Heute um 19.30 Uhr wird im Märklinsaal der Göppinger Stadthalle das Bündnis “Kreis Göppingen Nazifrei” gegründet. Helge Thiele hat bei GJ-Sprecher Alex Maier (20) nachgefragt.

Herr Maier, warum möchte die Nachwuchsorganisation der Grünen ein Bündnis gegen Rechts gründen?

ALEX MAIER: Es gibt im Kreis schon seit einigen Jahren verstärkt Aktivitäten von Nazis. Vor allem die ,Autonomen Nationalisten sind bundesweit bei Nazi-Demonstrationen vertreten und lassen ein erhöhtes Gewaltpotenzial erkennen. Leider gibt es im Landkreis Göppingen bisher keine Initiative, die gegen diese Aktivitäten vorgeht.

Es gibt in Göppingen das Programm “Vielfalt tut gut” mit vielen Projekten für Weltoffenheit undToleranz. Die Sozialbürgermeisterin Gabriele Zull sieht die Gefahr, dass man sich womöglich verzettelt, wenn jetzt ein neues Bündnis geschaffen wird . . .

MAIER: Das Programm ,Vielfalt tut gut ist eine tolle Sache, aber es handelt sich hier um ein Programm zur Integrationsförderung und es geht nicht um den Kampf gegen Rechtsextremismus. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Mit einem Bündnis, wie wir es planen, kann man besser gegen rechtsextremistische Aktivitäten vorgehen. Im Übrigen beschränkt sich das Programm ,Vielfalt tut gut auf Göppingen. Wir haben dagegen den gesamten Landkreis im Blick. Deshalb verstehe ich nicht, warum sich Frau Zull genötigt fühlt, uns an den Karren zu fahren.

Wie will das neue Bündnis künftig arbeiten? Was ist geplant?

MAIER: Wir wollen Nazis auf keinen Fall eine zusätzliche Plattform bieten. Aber aus der Angst heraus, dies könnte passieren, gar nichts zu tun, halte ich nicht für die richtige Lösung. Wichtig ist, dass es ein breites bürgerliches Bündnis wird, das nicht von Parteien, sondern von der Gesellschaft getragen wird. Für mich ist es enttäuschend, dass CDU und Junge Union das Bündnis jetzt ablehnen. Ich finde das schade.

Quelle: Südwestpresse

2013-12-01T18:09:17+00:00 29. Februar 2012|Presse|0 Kommentare